EinleitungDieses Handbuch richtet sich an alle, die unmittelbar mit der Gestaltung und Produktion von
Multimedia-Programmen beschäftigt sind.
Ganz besonders ist es aber als Hilfestellung für diejenigen gedacht, die ein stimmiges Konzept, das Design, für jede Art von Multimediaprogramm erstellen
wollen. ==>
Ein Multimediaprogramm zu erstellen und ein Drehbuch oder Pflichtenheft zu schreiben, erfordert viel Fleiß, zunächst einmal aber jede Menge Vorarbeiten. Dieses Handbuch will den Lesern
vermitteln, wie er oder sie* von der anfänglichen Idee zu einem befriedigenden Konzept kommen, eben das Design des Programms erstellen.
Ein gutes Programmdesign ist modular aufgebaut, d.h. jeder
Arbeitsschritt wird getrennt konzepzioniert und realisiert. So kann sichergestellt werden, dass jeder einzelne Teil für sich vollständig durchdacht ist und sich alle Beteiligten auf ihre eigentlichen
Aufgaben konzentrieren können. Ein Gesamtbild entsteht, wenn das Konzept schlüssig alle Beteiligten vor Arbeitsbeginn informiert und diese sich an die gemeinsamen Vorgaben halten. Ein ständiger Abgleich der
Ergebnisse während des Arbeitsprozesses ist unbedingt erforderlich.
Am Anfang eines jeden Multimediaprojekts werden die gewünschten Ziele festgelegt. Das Ziel dieses Handbuchs lautet: «Die Leser sollen
nach Beendigung der Lektüre die notwendigen Techniken anwenden können, um selbständig ein Programmdesign zu einem beliebigen Thema entwerfen zu können». Kunden eines Multimediaprogramms sind die Benutzer.
Deshalb stehen ihre Interessen im Zentrum jeder Überlegung. Um kundenzentriert planen zu können, wird ein ausführlicher Zielkatalog erstellt. (Lern-)Zielkataloge richtig zu erstellen, ist einer der
Schwerpunkte dieses Handbuchs.
Folgende Fragen muss sich der Programmdesigner bei jedem Konzeptpunkt stellen, der Grafiker für jedes Detail, der Autor für jede Seite, jeden Gag, jede Interaktion, selbst
der Programmierer, dieser jedoch hauptsächlich für Interaktionen: ==>
Das eigentliche Erstellen von Pflichtenheften, bzw. das Schreiben von Drehbüchern – und vor allem solcher für Lernprogramme –
wird in diesem Handbuch nur angeschnitten. Es handelt sich dabei um ein so ausführliches Thema, dass es in einem eigenen Handbuch behandelt werden muss.
Themen wie Projektmanagement und das Erstellen von
Angeboten werden nur erwähnt, sofern sie die Konzept-Planung von Multimediaprogrammen betreffen.
Die zu gestaltenden Elemente festzulegen, ist jedoch eine unmittelbare Aufgabe des Programmdesigners. Das
soll nicht bedeuten, dass der Programmdesigner dem Grafiker/Grafikdesigner vorgibt, wie er etwas zu gestalten habe. Der Leser erfährt, mit welchen Elementen er welche Zwecke erreichen kann, und wie er die
benötigten Bildschirmelemente exakt definiert. Das Ziel hierbei ist es, Grundlagen für eine befriedigende inhaltliche Diskussion zwischen Programmdesigner, Grafiker, Autor und Auftraggeber zu gestalten. Ein
ähnliches Ziel verfolgt die Planung zur Einbindung multimedialer Elemente, wie Bild, Ton, Video, Animation.
Nicht die unwichtigste Aufgabe eines Programmdesigners ist es, dem Programmierer oder einem Team
von solchen zu vermitteln, wie das Programm genau ablaufen soll. Eine Zielvorgabe, die Programmierer und Programmdesigner gemeinsam erarbeiten sollten. Hier spielen wiederum die Bildschirmelemente eine
Rolle, doch wird in diesem Fall nicht inhaltlich sondern technisch definiert, was bei ihrer Benutzung genau passieren wird. Ein Flow-Chart visualisiert genau die gewünschten Abläufe.
Zum Schluss noch eine
Abgrenzung. Programmdesign ist nicht Projektleitung oder Drehbucharbeit, aber Programmdesigner kann der Projektleiter oder ein Drehbuchautor in Personalunion sein. Natürlich kann auch ein Team das Design
entwickeln. Aber, wer immer das Design konzeptioniert, muss diese Tätigkeit logisch von den operativen Aufgaben trennen.